Achtsamkeit und Akzeptanz

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Hilfe zur Selbsthilfe

Das Problem vieler Menschen mit psychischen Beschwerden besteht in der Vermeidung oder dem Bekämpfen ihrer belastenden Emotionen. Diese Bewältigungsstrategien für Emotionen bewirken aber nachweislich eine anhaltende Aktivierung der problematischen Emotion. Somit können also noch grössere Probleme entstehen, als das alleinige Erleben dieser Emotion provoziert hätte.

Daher ist es innerhalb der Therapie ein grundsätzliches Anliegen, die belastenden Emotionen bewusst zu erleben und diese nicht mehr zu vermeiden oder zu bekämpfen. Ziel ist also die Aufgabe der Emotionsphobie.

Bei der Akzeptanz einer Emotion geht es in erster Linie nicht darum, sich mit seiner Emotion gut zu fühlen, sondern die eigene Emotion ungeachtet ihrer Qualität erleben zu können. Eine Akzeptanz in Bezug auf eine belastende Emotion kann sich zum einen auf die Anerkennung der grundsätzlichen Tatsache der Existenz dieser Emotion beziehen (sog. radikale Akzeptanz). Egal, ob die Emotion angemessen oder unangemessen, ob sie angenehm oder unangenehm ist - es geht darum, die grundsätzliche Existenz dieser Emotion in diesem Augenblick anzuerkennen.

Akzeptanz in Bezug auf eine Emotion kann aber zum anderen auch heissen, das durch die Emotion ausgedrückte Bedürfnis zu verstehen und zu bejahen. Diese beiden verschiedenen Formen der Akzeptanz können dazu führen, dass jemand eine Akzeptanz für die Existenz einer Emotion aufbringen kann, ohne jedoch den Inhalt bzw. die Bedeutung dieser Emotion zu akzeptieren.

So kann man z.B. die Existenz eines Schuldgefühls akzeptieren, ohne einen realen Grund für die Schuld anzunehmen, das heisst zu akzeptieren. Das Schuldgefühl existiert zwar, wird aber als nicht zutreffend betrachtet. So wird es möglich, die Bemühungen auf eine Korrektur dieser Emotion bzw. der damit verbundenen Gedanken, Bewertungen und Handlungen zu richten.

Hilfreich hierbei kann die ständige Verbalisierung der Emotion mit dem Satz: "Im Augenblick habe ich das Gefühl, dass ich ... bin" oder "Im Augenblick habe ich den Gedanken, dass ..." sein.
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Lic. phil. Thomas Weber, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP

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